Was ist Agilität?Wissenswertes zum Thema

Welche Bedeutung hat Agilität

Agile Vorgehensweisen erleichtern die Zusammenarbeit in komplexen Märkten und helfen Unternehmen dabei, schnell auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Agile Organisationen fokussieren auf eine hohe Kundenzufriedenheit und schaffen Arbeitsumfelder, die Mitarbeiter dabei unterstützen, eigenverantwortlich und selbstorganisiert zu arbeiten.

Unter dem Begriff AGIL hat der amerikanische Soziologe Talcott Parson in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts sein systemtheoretisches Modell vorgestellt, steht aber nicht im Zusammenhang mit den seit Anfang der 2000er-Jahre verbreiteten Begriffen Agile/Agilität steht.

Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks seit Ende der 80er-Jahre und mit dem Aufkommen des Internets Anfang der 90er-Jahre potenzierte sich die Dynamik in der Weltwirtschaft. Parallel zu dieser Entwicklung entstanden Organisationsweisen, die heute oft unter dem Begriff “Agile Methoden” zusammengefasst werden. Agile Prozesse unterstützen Organisationen bei ihrer permanenten Anpassung an sich ständig verändernde Rahmenbedingungen.

Geschichte von Agile, Kanban, Scrum und Co.

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Edwards Deming basierend auf den Ideen von Walter Shewhart den sog Demingkreis (o. Shewhart Cycle / PDCA-Zyklus). Gemeint ist ein vierphasiger Prozess, der immer wieder in sog. iterativen Schleifen durchlaufen wird. Adaption und Iteration sind heute zwei der wichtigsten agilen Grundprinzipien.

1947 entwickelte Taiichi Ōno bei Toyota Motor Cooperation in Japan das sog. Kanban-System, eine moderne Form der Produktionsprozesssteuerung, das wenig später im sog. Toyota Production System aufging (in der westlichen Welt bekannt als Lean Development). Zwei wichtige Prinzipien in Kanban sind die Limitierung der parallelen Arbeit (WiP-Limit) und das Pull-Prinzip (Hol-Prinzip). Auch diese beiden Prinzipien sind in vielen agilen Vorgehensmodellen verankert.

1986 veröffentlichten die beiden japanisch-stämmigen Professoren Hirotaka Takeuchi und Ikujiro Nonaka im renommierten amerikanischen Management Magazin Harvard Business Review einen Artikel unter der Überschrift The New New Product Development Game, der als die Geburtsstunde des heute am weitesten verbreiteten agilen Frameworks Scrum gilt. Der aus dem Rugby entlehnte Begriff Scrum wurde in diesem Beitrag im Kontext von Prouktentwicklung das erste Mal erwähnt. Die im Artikel beschriebenen sechs Prinzipien für erfolgreiche adaptive Wertschöpfung wurden ab 1993 von Jeff Sutherland und Ken Schwaber in einem neuen Framework namens Scrum veröffentlicht. Mit der Zeit kamen weitere Praktiken aus der Theory of Constraints (TOC), Lean Production, dem 3M-Modell, Kanban und Extreme Programming hinzu.

Agiles Manifest & Digitalisierung

Nach der Veröffentlichung des Agilen Manifests für die Agile Softwareentwicklung, das 17 männliche Vertreter unterschiedlicher pre-agiler Strömungen im Jahr 2001 veröffentlichten, entwickelte sich eine weltweite Bewegung, die die Zusammenarbeit in Unternehmen aus dem Industriezeitalter in die digitale Neuzeit überführen wollte. Oft verbunden mit einer Kritik am sog. Taylorismus, der als “Betriebssystem der Industrialisierung” gilt.

Die zunehmende Verbreitung agiler Vorgehensweisen ist vor allem im Kontext der fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung der letzten 30 Jahre einzuordnen. Digitale Geschäftsmodelle haben sehr viele Branchen verändert und das lineare Wertschöpfungsparadigma vieler Industrieunternehmen an ihre Grenzen gebracht. Galten im Industriezeitalter Planbarkeit, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz als wichtige Parameter für den Erfolg eines Unternehmens, sind heute vor allem Innovation, Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit Treiber des Erfolgs.

Schnell auf neue Marktentwicklungen reagieren zu können, ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung. Agile Organisationsweisen sind ein bewährter Weg für Unternehmen, um den neuen Herausforderungen zu begegnen.

Agile Werte & Prinzipien

Agilität ist nicht einfach nur eine andere Form der Arbeitsorganisation, die durch die Einführung bestimmter Tools und Methoden erreicht wird. Agilität ist im Kern ein Set von Werten und Prinzipien, die die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen und die Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Mitarbeiter fordern und fördern.

Viele Unternehmen organisieren sich in ihrer Grundlogik weiterhin nach den Prinzipien des Scientific Management (Taylorismus), die F. W. Taylor Anfang des 20. Jahrhunderts publizierte. Die Unterteilung in geistige und körperliche Arbeit manifestiert sich bis heut in asymmetrischen Rollenbildern, bei denen Führungskräfte denken und steuern, und Angestellte ausführen.

Eine Gesellschaft entwickelt sich immer langsamer als die Technologien, die sie hervorbringt. Zugleich findet der kulturelle und gesellschaftliche Wertewandel statt und nimmt Einfluss auf die Realität in Unternehmen. Der progressive Wunsch nach Veränderung trifft auf das konservative Bedürfnis nach Stabilität. Diese Pole bewegen sich in einem permanenten Widerstreit, was zu permanenten Aushandlungsprozessen führt.

Neu ist die exponentielle technologische Entwicklung, die Unternehmen dazu zwingt, ihre Abläufe und Planungen immer häufiger und in kürzeren Abständen anzupassen. Agilität ist die Fähigkeit einer Organisation, schnell auf neue Anforderungen reagieren zu können und dabei relevante Produkte und Dienstleistungen für zufriedene Kunden zu entwickeln.

Was ist Agilität? Auszug aus unserem Online-Training Agile Grundlagen

Vorteile agiler Zusammenarbeit

Flexible Prozesse

Agilität bedeutet schnell auf Erkenntnisse und Veränderungen reagieren zu können und den Kundennutzen immer im Blick zu behalten.

Schlanke Strukturen

Viele Organisationen haben starre Strukturen, die Schnelligkeit und Kooperation verhindern. Agile Unternehmen setzen auf direkte Kommunikation, schnelle Entscheidungen und rasche Umsetzung.

Komplexität meistern

In einem Umfeld mit wenig Planungssicherheit sind agile Prozesse im Vorteil, die ein schnelles & adaptives Reagieren auf Veränderung ermöglichen.

Kontinuierliches Feedback

Transparenz und kontinuierliches Feedback sind ein wichtiges Prinzip agiler Methoden, um die Zusammenarbeit im Team sowie mit den Kunden und den Stakeholdern permanent zu verbessern.

Erfolgreiche Mitarbeiter

Selbstorganisierte Teams, hohe Eigenverantwortung und schlanke Strukturen haben einen positiven Einfluss auf die Motivation der Mitarbeiter und die Qualität der Arbeitsergebnisse.

Agile DNA

Effektivität, Anpassungsfähigkeit und Kundenzentriertheit sind wesentliche Merkmale erfolgreicher, agiler Unternehmen.

Informationen und Tools für agiles Arbeiten

Agile Test

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Mit diesem Test findest Du innerhalb von nur zwei Minuten heraus, wie agil Dein Unternehmen heute schon ist und wo es Entwicklungspotenziale gibt.

Stacey Projektmatrix

Stacey-Matrix-2

Die Stacey Matrix hilft Dir dabei herauszufinden, welche agile Vorgehensweise für die Umsetzung eines Projektes geeignet ist.

Agile Toolbox

Toolbox

Eine kuratierte Linksammlung mit vielen nützlichen Informationen zu Agilität, Scrum, Kanban, Design Thinking und weiteren agilen Vorgehensweisen.

Agile Transformation

Header-Transformation

Auf dieser Themenseite findest Du wertvolle Informationen zu den Herausforderungen und dem Ablauf einer Agilen Transformation.

Teamentwicklung

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Diese Themenseite informiert Dich über die Eigenschaften von High-Performance-Teams und wie sie entwickelt werden.

Trainings

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Unsere praxisorientierten agilen Trainings, Workshops und Zertifizierungen zu Scrum, Kanban und Agile Leadership.

Podcast

Podcast Agilität In Der Praxis

In unserem Podcast erhältst Du Hintergrundinformationen und praktische Einblicke in das Thema Agilität und moderne Unternehmen.

Eisbergmodell der Agilität

Eisberg

Das Eisbergmodell unterstützt Dich dabei, die wichtigsten Erfolgskriterien von Agilität zu erkennen und richtig einzuordnen.

Unterschied Klassisch / Agil

Transi_Mod-Agil

Dieser Artikel erklärt die Unterschiede zwischen klassischen Projektmanagementmethoden und agilen Vorgehensweisen verständlich.

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